Kredite an Verwandte

Sind nicht zurückerhaltene private Kredite als Verlust von der Steuer absetzbar?

Ob ein Verlust, der aus einem nicht zurückgezahlten Kredit an Verwandte oder Freunde entstanden ist, von der Steuer abgesetzt werden kann – hiermit hat sich das Finanzgericht Düsseldorf beschäftigt und dazu ein Urteil gefällt. 

Privatpersonen gewähren nicht selten Darlehen an Verwandte, Freunde oder deren Gesellschaften. Sobald die Schuldner ihrer Rückzahlungsverpflichtung nicht mehr nachkommen, stellt sich die Frage, ob der Wertverlust steuerlich berücksichtigt werden kann. 

Das Finanzgericht Düsseldorf beschäftigte sich mit diesem Fall und vertritt im Urteil zum Aktenzeichen 7 K 3661/14 E vom 11.03.2015 die Auffassung, dass der Totalausfall kein Veräußerungsvorgang im Sinne des § 20 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) darstellen würde und daher nicht als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen wäre. Seit der Einführung der Abgeltungsteuer im Jahre 2009 ist nahezu jeder Ertrag aus einer Kapitalanlage zu versteuern. Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehört daher auch der Gewinn und damit entsprechend auch der Verlust aus der Veräußerung von privaten Darlehensforderungen. 

Strittig ist, ob der Ausfall einer Forderung einer Veräußerung gleichsteht. Verneint wurde dies vom Finanzgericht Düsseldorf. Der Totalausfall in Folge einer Insolvenz ist im Gesetz nicht als Veräußerungsfall genannt, insofern findet nach Auffassung des Finanzgerichts Düsseldorf die Regelung des § 20 Abs. 2 Nr. 7 EStG keine Anwendung. Ebenso sieht es die Finanzverwaltung, sie vertritt im BMF-Schreiben vom 9.10.2012 die Auffassung, dass der Forderungsausfall keine Veräußerung in diesem Sinne darstellt und daher Verluste einkommensteuerlich ohne Bedeutung sind. Es wurde gegen diese Entscheidung Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt (Az. BFH VIII R 13/15). Der Ausgang des Verfahrens ist noch offen. 

Vor dem Hintergrund der Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf ist daher zu empfehlen, dass bei einem absehbaren Ausfall von privaten Forderungen diese an Dritte veräußert werden, da hierdurch ein steuerpflichtiger Vorgang nach § 20 Abs. 2 Nr. 7 EStG ausgelöst wird und damit zumindest sichergestellt ist, dass die dabei vermutlich entstehenden Verluste mit sonstigen Einkünften aus Kapitalvermögen verrechenbar sind. Die Forderung kann beispielsweise an ein Factoring-Unternehmen verkauft werden. 

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